Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für das gute Gespräch am 18.01.2012 mit Ihnen und Herrn Bürgermeister Mues. Die Bilder mit
Bildtext sind in Arbeit. Wir bemühen uns, diese so schnell wie möglich nachzuliefern.
In den Gesprächen im Café net(t)werk wurde auch der Hohlweg erwähnt (Schränke ca. 200 m). Er war Teil
der historischen „Hauptverkehrsstraße“, die von Siegen über Achenbach nach Gosenbach führte.
Hintergrund: Schon im 16. Jahrhundert wurde der Gosenbacher Bergbau urkundlich erwähnt. 1859 wurden
die Gruben „Storch“ und „Schöneberg“ vereinigt. Weitere kleinere Bergbaubetriebe schlossen sich bis 1911
an. 1865 und 1873 wurden zwei Schächte abgeteuft. Um die Jahrhundertwende waren 2.000
Belegschaftsangehörige beschäftigt und die Jahresförderung betrug etwa 400.000 Tonnen. Das unterirdische
Streckennetz des größten Erzbergwerks auf dem Kontinent war 92 km lang, die Teufe erreichte in den 1920er
Jahren die 1.200-Meter-Marke. Am 13. Januar 1942 wurde die letzte Förderschicht gefahren. (Quelle:
Hauberg und Eisen, Rankel/Korff 1980).
Im Heimatbuch Siegen Achenbach „Hof – Dorf – Stadtteil“ von Eberhard Tröps wird der Regionale Historische
Handelsweg beschrieben: Die ehemalige „Hauptverkehrsstraße“ von Siegen nach Gosenbach führte von der
Hammerhütte über den Heidenberg, durch das Achenbacher Tal,
die Schränke hoch und schließlich über
den Kreuzweg der Gosenbacher Höhe ins Tal zu dem Industriezentrum. Hier waren die alten Erzgruben und
auch eine Hütte.
Der Augenzeuge Karl Stein berichtet: Jeden Morgen kamen aus dem Netpherland 20 bis 30 schwere
Pferdefuhrwerke durch die Furt. Sie brachten Holzkohle zur Verhüttung des Eisens nach Gosenbach. (Auch
in Achenbach brannte man Holzkohle). Die Fuhrwerke luden die Holzkohle in Gosenbach ab und
transportierten Eisen zurück, zu den Puddel- und Hammerwerken der Hammerhütte in Siegen. Der starke
Fuhrwerksverkehr ließ erst nach, als am 10. Januar 1861 die Eisenbahnlinie von Betzdorf nach Siegen
eingeweiht wurde.
Der Original-Hohlweg ist bis heute als Teil dieses Regionalen „Eisenweges“ unverändert geblieben und sollte
entsprechend gewürdigt werden. Mit dem Historischen Rundweg Achenbach verläuft die damalige
„Hauptverkehrsstraße“ 500 m parallel. Wir haben den Vorsitzenden des Arbeitskreises „Historische Wege im
Siegerland“, Herrn Rudolf Kessler, über den Regionalen Handelsweg informiert. Nur 800 m vom Hohlweg
entfernt kann man einen Teil der Röstofenanlage der ehemaligen Spateisengrube „Storch“ und „Schöneberg“
besichtigen.
„Die Röstofenanlage der ehemaligen Spateisengrube Storch und Schöneberg ist ein seltenes Dokument der
Technikgeschichte und einzig bekannte Anlage in Westfalen. Sichtbar erhaltenes Teilstück mit vier
Öfen.“ (Quelle: Reisen 2012 Siegerland-Wittgenstein, Touristikverband)
Vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe wurde das seltene Dokument der Technikgeschichte im Februar
2009 als „Denkmal des Monats“ ausgezeichnet.
Auf der Infotafel („Nachbau des Schmelzofens im Engsbachtal) zeigt Herr Dr. Manuel Zeiler, dass 400 v. Chr.
bereits das Erz, bevor es in den Ofen gelangte, am Feuer geröstet und dann zerstoßen wurde.
Frau Ramona Stahl hat uns am 13.01.2012 geschrieben, dass Siegen-Achenbach zu einem Erlebnispunkt an
der Südwestfälischen Eisenstraße werden soll. Wir als Heimatverein würden uns freuen, wenn die neuen
Argumente (Hohlweg, Schränke sowie die Röstofenanlage in Gosenbach) dieses Vorhaben unterstützen. Im
historischen Engsbachtal, wo 1933 drei Meilerplätze, ein Siedlungsplatz und über 20 Schmelzöfen aus der
La-Tène-Zeit gefunden wurden, haben wir am Fundort ein maßstabsgetreues Modell nachgebaut. Weitere
Attraktionen am Wanderhöhepunkt im Engsbachtal sind geplant. Herr Dr. Bingener (Vorsitzender des Heimatund Geschichtsvereins) und Herr Dr. Manuel Zeiler haben ihre Mitarbeit zugesagt. (Bilder folgen)
Mit freundlichen Grüßen
Günther Langer Dieter Solms
Heimatverein Siegen-Achenbach e. V.