Projekte des Heimatvereins Achenbach e.V.

Im Laufe der Jahre sind viele Projekte - größere und kleinere - realisiert worden die alle ein Ziel hatten: Verbesserung des Lebensumfelds für die Achenbacher Bürger und für Einzelne.

 

Wir sind dankbar für die vielen Helfer und Arbeitsstunden, die solche Projekte erst möglich machten. Wir freuen uns über Anregungen auf der einen, aber auch tatkräftige Hilfe bei der Umsetzung auf der anderen Seite. Gemeinsam sind wir stark - für einen Ort, in dem es sich zu leben lohnt.

 

 

Übergabe der Friedenskirche

Bürgermeister Mues Vertreter der AWO und des Heimatvereins Achenbach sowie Bewohner des Wohnprojekts Friedenskirche
Bürgermeister Mues Vertreter der AWO und des Heimatvereins Achenbach sowie Bewohner des Wohnprojekts Friedenskirche

Rede von Bürgermeister Steffen Mues zur Übergabe der Friedenskirche an den AWO Kreisverband durch den Heimat- und Verschönerungs-verein Siegen-Achenbach e.V.
4. Oktober 2017, Achenbach, Friedens-kirche, 16 Uhr.

Sehr geehrter Herr Langer (Vorsitzender Heimatverein) und sehr geehrte Mitglieder des Heimat- und Verschönerungsvereins Siegen-Achenbach e.V., sehr geehrter Herr Dr. Neumann (Geschäftsführer AWO Kreisverband) und sehr geehrte Mitglieder des AWO Kreisverbands, meine sehr geehrten Damen und Herren, in letzter Zeit bin ich auffallend häufig hier in Achenbach Gast – und das jedes Mal aus sehr gutem Grund, so auch heute. Hier in Achenbach passiert nämlich, wenn man so will, Schlag auf Schlag Gutes. Hier werden Schlag auf Schlag außerordentlich soziale Projekte nicht nur erdacht, sondern auch realisiert. Ich freue mich sehr, dass ich heute einem weiteren dieser Projekte beiwohnen und im Namen der Universitätsstadt Siegen zu diesem schönen Anlass, zur offiziellen „Übergabe“ der Friedenskirche Achenbach an den AWO Kreisverband als Nutzer, einen kurzen Gruß an Sie richten darf.

 

„Wohnen mit Handicap im Wohnprojekt Friedenskirche“, so lautet das Konzept, das die Räumlichkeiten hier künftig mit Leben erfüllen wird. Hier wird von nun an erwachsenen Menschen mit Handicap ein möglichst selbstständiges Wohnen ermöglicht, in einer eigenverantwortlichen, möglichst selbständigen Wohngemeinschaft, die noch dazu in sehr guter Lage, bestens ausgestattet und sowohl sozial als auch infrastrukturell sehr gut eingebunden ist.
Der örtliche Heimat- und Verschönerungsverein hat die Räume „seiner“ Friedenskirche hierfür zur Verfügung gestellt und vermietet diese nun an die neuen Bewohner.
Lieber Mitglieder des Heimatvereins Achenbach, Sie haben durch Ihr Engagement die Friedenskirche wieder mit Leben erfüllt – hierzu komme ich gleich noch genauer. Aber schon an dieser Stelle mein herzlicher Dank für all Ihre Mühen! Die Friedenskirche ist nur eine von vielen „Baustellen“, an denen der Heimatverein mitgearbeitet hat und mitarbeitet, um Achenbach bestens „in Schuss“ zu halten – und damit meine vor allem insofern „in Schuss“, dass man hier gut und gerne lebt! 

 

Lieber Herr Dr. Neumann und liebe AWO-Mitglieder,
ich denke, die Friedenskirche wandert in vertrauensvolle, in sehr gute Nutzerhände, mit den 6 neuen Bewohnerinnen und Bewohnern (5 sind schon eingezogen seit dem 1. September, einer kommt jetzt noch dazu), die durch Sie, durch die AWO, qualifizierte Betreuung erfahren. Ich bedanke mich auch bei Ihnen für Ihren Einsatz und Ihr Engagement – generell gesprochen und natürlich insbesondere im Rahmen dieses Projekts! Für unsere Stadt sind derartige Wohnprojekte beispielhaft und zukunftsweisend, denn Sie verbessern nicht nur das Leben einzelner Menschen, sie verbessern letztlich auch das Zusammenleben, ja, die Lebensbedingungen in Siegen.
Die Friedenskirche hat eine einzigartige Geschichte: Zunächst einmal hat sie starken Symbolcharakter. Allein schon deshalb, weil der schwedische Holzbau nach dem Zweiten Weltkrieg von der evangelisch-reformierten Gemeinde aus Evansville im US-Bundesstaat Indiana gestiftet wurde. Sie gilt heute als erste neu erbaute evangelische Kirche in Siegen nach der Reformation. Die andere Besonderheit: Damals stand sie noch auf dem Eintrachtgelände und hieß Johanneskirche – bis sie Ende der 1950er Jahre den Namen und, aufgrund des Neubaus der Siegerlandhalle, den Standort wechselte. Beides ist bis heute deutschlandweit ein einzigartiger Akt für eine Kirche. Der neue Name Friedenskirche sollte noch einmal zum Ausdruck bringen: Dieses Gotteshaus ist ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens. Im Laufe der Jahre war die Friedenskirche durch Witterungs- und sonstige Einflüsse so weit geschädigt, dass Gottesdienste seit Anfang 2011 nicht mehr möglich waren und die Kirche wegen Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden durfte. Um den Verfall von Gebäude und Außengelände zu stoppen und das Gebäude wieder sinnvoll zu nutzen, hat sich der Heimatverein Achenbach der Kirche angenommen und sie übernommen. 2016 wurde das Dach der Friedenskirche mit Zuschüssen der NRW-Stiftung erneuert. Und 2016/17 wurde das Außengelände umgestaltet, mit Kräuter- und Naturgarten sowie Erlebnis-Waldspielplatz – auch als „Naturerlebnisraum Außenklassenzimmer“.

In Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung und dem AWO-Kreisverband Siegen-Wittgenstein ist hier nun das „Wohnprojekt Friedenskirche“ mit sechs kleinen Apartments entstanden. Hierfür musste das ehemalige Gotteshaus auch an den öffentlichen Kanal angeschlossen werden, da es bis dato nur eine Sickergrube gab. Am 6. Januar 2017 hat die Stadt Siegen die Baugenehmigung für den Innenausbau der Friedenskirche erteilt. Da die Friedenskirche ein denkmalgeschütztes Gebäude ist, wurden alle Arbeiten mit der Denkmalbehörde abgestimmt. Für den Fall, dass die jetzt vorgesehene Art der Nutzung einmal nicht mehr möglich ist, kann deshalb ein Rückbau in den alten Zustand jederzeit wieder erfolgen. Das Außengelände soll aber weiterhin nicht nur von den Bewohnern genutzt werden, sondern es steht allen Kindern und Jugendlichen offen, auch im Hinblick auf das Zusammenwachsen des Stadtteils und die Integration von Zugewanderten über Spiel und Sport. Denn der Grundgedanke hinter dem Projekt ist es, neue und alt eingesessene Bürger zusammenzuführen, das Wir-Gefühl zu stärken und den Stadtteil attraktiver und schöner zu machen.

 

(Insgesamt wurden beim Umbau der Friedenskirche und des Außengeländes rund 220.000 Euro investiert und etwa 7.000 Stunden von ehrenamtlichen Helfern geleistet.)


Liebe Achenbacher, lieber Heimatverein,
wie ich zu der Platzvergabe beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ stehe, habe ich Ihnen bereits geschrieben und ich sage es gerne noch einmal: Als Bürgermeister, als Schirmherr und auch „ganz privat“ bedaure ich sehr, dass die Kommission die außerordentlichen sozialen Projekte und das hervorstechende menschliche Engagement dieses Ortes nicht stärker in die Gesamtwertung einbezogen hat, sondern hierfür vielmehr zahlreiche Sonderpreise vergeben wurden. Denn sonst wären Sie nicht auf dem Bronzeplatz gelandet, sondern ganz vorne!
Es freut mich sehr, dass ich Ihnen nun auch noch einmal ganz persönlich sagen kann: Seien Sie stolz auf sich! Auf dass, was Sie geleistet haben und täglich leisten! Auf Ihre Gemeinschaft! Egal ob im Rahmen des Wettbewerbs initiiert oder aus reiner Menschlichkeit und Menschenliebe.
Und am Ende gilt auch für die Attraktivität eines Ortes doch dasselbe wie für Menschen: Der äußere Schein kann noch so einnehmend sein, doch wahre Schönheit kommt von innen und ist am Ende das Einzige, was zählt….

 

In diesem Sinne an Sie alle, an Achenbach:
Bitte machen Sie weiter so – bleiben Sie im Sinne des Gemeinsinns und der Menschlichkeit aktiv und realisieren Sie Ihre Projekte – ich komme gerne so oft es geht wieder, um live dabei zu sein.

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!
Steffen Mues
Bürgermeister