Die Friedenskirche - ein Symbol der Versöhnung

Die Zukunft der Kirche - ein Projekt für Integration in Achenbach

Die Friedenskirche wurde dem Heimatverein von der ev. Christuskirchengemeinde für den Umbau zu einem Integrationsprojekt zur Verfügung gestellt, um deren Zukunft zu sichern.

 

Der Heimatverein hat im September 2012 einen Antrag auf eine Bundeszuwendung für den Umbau mit folgendem Wortlaut gestellt:

 

Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels mit seinen massiven Auswirkungen auf die Entwicklung eines Stadtteils erhält die Integrationsförderung ein neues Gewicht. In der Gesellschaft gehen die Meinungen über Migranten jedoch stark auseinander: die einen sehen in ihnen kreative Hoffnungsträger für die Zukunft, andere stellen dagegen destruktive, selbstbezogene Tendenzen fest. Letztlich sprechen jedoch viele Argumente dafür, den größer werdenden Anteil der Migranten in der Entwicklung des Stadtteils zu beteiligen und ihre kreativen Potenziale einzubinden.

 

Im Stadtteil Achenbach beispielsweise liegt in einzelnen Straßen der Anteil der ausländischen Mitbürgerinnen und Mitbürger bei rund 50 %. Oft hemmt hier nicht zuletzt auch die Sprachbarriere die Möglichkeit, sowohl in den Arbeitsmarkt als auch in interkulturelle soziale Netzwerke zwischen Zuwanderer- und Aufnahmegesellschaft integriert zu werden.

 

Besondere Schwerpunkte dieses Projekts sind die Stärkung der Kompetenzen der Zuwanderer, die Verbesserung der wechselseitigen Akzeptanz von Zuwanderern und Aufnahmebevölkerung sowie die verstärkte Einbeziehung der Migrantenorganisation (hier speziell: Verein für soziale Arbeit und Kultur in Südwestfalen e. V.) in die Integrationsarbeit.

Nach dem Weggang der belgischen Streitkräfte musste dem drohenden Leerstand der Gebäude begegnet werden. Hierbei wurden vorwiegend Aus- und Übersiedler sowie ehemalige Angehörige der Streitkräfte angesiedelt.

 

 

1. Zielgruppe

 

An dem Projekt sollen ca. 10 – 12 Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund teilnehmen. Im Stadtteil Achenbach, speziell auf dem Heidenberg und dem Fischbacher­berg, ist der Sozialraum nicht nur von überdurchschnittlich vielen ALG-II-Empfängern geprägt, sondern auch von Menschen, die aus Osteuropa sowie aus Kriegsgebieten wie Afghanistan zugewandert sind.

 

Speziell Flüchtlinge aus Ländern wie Afghanistan oder Syrien sind oft durch (Bürger-)Kriegserlebnisse in ihrer Heimat und evtl. den daraus resultierenden gewaltsamen Verlust von Freunden und Verwandten traumatisiert und bedürfen deshalb hier unserer besonderen Aufmerksamkeit und Förderung.

 

Eine zusätzliche wichtige Zielgruppe sind Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Achenbach, die aus Flüchtlings-Familien aus Afghanistan stammen. Aufgrund ihrer mangelhaften Sprachkenntnisse sind sie nicht nur im Schulunterricht deutlich benachteiligt (bei vielen ist aufgrund dieser Sprachkenntnisse bereits eine Rückstufung in eine niedrigere Klasse erfolgt), sondern sind auch besonderen Repressalien und Hänseleien durch Mitschüler ausgesetzt. Um zumindest etwas Abstand davon gewinnen zu können, sollen diese Schülerinnen und Schüler in Absprache mit der Schule einmal wöchentlich an den Aktivitäten der „regulären“ Teilnehmer/-innen partizipieren und so motiviert werden, sich auch für die Maßnahmeziele und die eigene Integration zu engagieren.

 

 

2. Maßnahmeziele

 

Häufig sieht sich die Zielgruppe – gerade auch in unserem Stadtteil – Repressalien und Diskriminierungen ausgesetzt, oft auch durch andere soziale Randgruppen (bspw. leben auf dem Heidenberg und dem Fischbacherberg überdurchschnittlich viele ALG-II-Bezieher); auch heute ist rechtes Gedankengut dort präsent. Mit dem Umbau einer baufällig gewordene Holzkirche zu einem Begegnungszentrum für Deutsche und Migranten soll diesem Problem entgegen getreten werden, um die soziale Integration der Zielgruppe zu fördern und ausländerfeindliche Diskriminierung zu minimieren.

 

Migrantinnen und Migranten sind die Experten für Belange der eigenen Integration. Daher liegt es nahe, sie intensiver einzubinden und dazu zu animieren, die Gestaltung ihres Lebensumfeldes und ihrer Integration selbst in die Hand zu nehmen. Wenn ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in die Prozesse einbezogen werden, können außerdem schlummernde Ressourcen aktiviert werden, die der Welt der Aufnahmebevölkerung verschlossen bleiben. Vor diesem Hintergrund ist es aber auch wichtig, soziale Kompetenzen der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu stärken. Auch mit der Verbesserung der sozialen Kompetenzen können Menschen ausländischer Herkunft ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben besser gestalten. Bei diesem Projekt besteht für die ausländischen Mitbürger/-innen erstmalig die Möglichkeit, in unserem Stadtteil auch ihre eigene kulturelle Identität beim Bau und dem Betrieb der Begegnungsstätte mit einzubringen.

 

Für diese und ggf. weitere integrative Maßnahmen wurde dem Träger der Maßnahme eine Holz- und Metallwerkstatt gespendet. Hier sollen die Teilnehmer/-innen qualifiziert werden, um in die Lage versetzt zu werden, im Anschluss die o. g. Holzkirche zu einem Begegnungszentrum für Deutsche und Migranten umzubauen. Dort sollen dann anschließend in Zusammenarbeit mit der Stadtteilkonferenz (Runder Tisch Heidenberg) gemeinsame Veranstaltungen für Deutsche und Migranten geplant werden und stattfinden, um die soziale Integration der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie anderer zugewanderter Mitbürger zu fördern. Entsprechende Veranstaltungen sollen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit umgesetzt werden.

 

Im Verlauf der Maßnahme (im Zuge der sozialpädagogischen Betreuung) sollen die Teilnehmer/-innen auch über Suchtprävention aufgeklärt werden. Dabei sollen sie Hilfsmöglichkeiten und -organisationen vor Ort kennenlernen. Im Bedarfsfall werden Einzelgespräche angeboten und individuelle Lösungsmöglichkeiten erarbeitet.

 

Für den oben genannten Umbau wurde dem Antragsteller von der evangelischen Christus-Gemeinde die „Friedenskirche“ zur Verfügung gestellt (E-Mail von Pfarrer Ralf Prange als Anlage). Diese ist vor rund 65 Jahren von evangelisch-reformierten Christen aus Evansville (USA) der reformierten Gemeinde Siegen gestiftet worden und wurde 1948 als evangelische „Johanneskirche“ an ihrem ersten Standort eingeweiht. 1958 wurde sie – was als Holzkirche möglich war – abgebaut und in Achenbach als „Friedenskirche“ wieder aufgebaut. Sie ist nunmehr, im Laufe der vielen Jahre, durch Witterungs- und sonstige Einflüsse von außen so weit geschädigt, dass Gottesdienste seit Anfang 2011 nicht mehr möglich sind und die Kirche und mit ihr auch das Außenge­lände zusehends schneller verfallen. Um den weiteren Verfall zu stoppen und das Gebäude weiterhin sinnvoll zu nutzen, möchte der Antragsteller in Kooperation mit der „Stiftung Friedenskirche“ das hier beantragte Projekt durchführen.

 

Gerade städtische Räume und Lebenswelten (wie bspw. ein Begegnungszentrum, wie das hier geplante) bilden eine wichtige Plattform für die Interaktion zwischen Zuwanderer- und Aufnahmebevölkerung. Wenn es gelingt, dass die Zuwanderer ein aktiver Teil von Stadtentwicklungsprozessen werden, kann ein großes Kapital für deren Integration aktiviert werden und es entsteht ein wichtiges Potenzial für die wechselseitige Akzeptanz.

 

Durch die Förderung der sozialen Kompetenzen sollen die Zuwanderer in das Leben im Stadtteil integriert werden. Als wichtiger Nebeneffekt ergibt sich so auch, dass Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Anschluss an die Maßnahme in den Ausbildungs- oder Arbeitsmarkt integriere werden können. Um Vorurteile gegenüber Frauen in handwerklichen Berufen abzubauen, die gerade auch innerhalb der Zielgruppe bestehen, wird zudem auch ein Frauenanteil von 50 % angestrebt.

 

 

3. Dauer der Maßnahme

 

Für die Durchführung des Projekts ist eine Dauer von 3 Jahren vorgesehen.

 

 

4. Maßnahmestandort

 

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in den Räumlichkeiten des Sozialkaufhauses „net(t)werk“, Achenbacher Straße 115, 57072 Siegen, qualifiziert. Hier ist eine von deutschen Mitbürgern für dieses und ggf. weitere Projekte der Integration ausländischer Mitbürger gespendete Holz- und Metallwerkstatt untergebracht. Die im Verlauf des Projektes umzubauende Holzkirche („Friedenskirche“) befindet sich in fußläufiger Entfernung in der Memeler Straße, 57072 Siegen.

 

Die personelle und materielle Ausstattung ist auf die Größenordnung von 10 - 12 Teilnehmern/-innen ausgelegt.

 

 

5. Durchführung der Maßnahme

 

Nach der erfolgreichen Akquise ist für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Profiling verpflichtend, bei dem die individuelle Ausgangssituation festgehalten wird (Erhebung persönlicher Daten, Erhebung berufsbezogener Daten, Feststellen des individuellen Förderbedarfs, Ermitteln des Kenntnisniveaus). In einem ausführlichen Erstgespräch klären wir alle relevanten Fragen, von der familiären Situation über die beruflichen Fähigkeiten und Fertigkeiten bis zum angestrebten Tätigkeitsbereich der Teilnehmerin bzw. des Teilnehmers. Im Zentrum der Beratung stehen die Stärkung der Leistungspotenziale und die Lösung von Problemen, die sich aus der speziellen Situation und den individuellen Erlebnissen des Einzelnen ergeben. Offenheit und Respekt sind die Voraussetzungen für einen Beratungsprozess, in dem sowohl berufliche Defizite erkannt als auch persönliche Nöte besprochen werden können. Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung ermöglichen uns wirksame Hilfestellungen. Eine individuelle Förderplanung (vgl. Nr. 8) ist dann Grundlage für den zielgerichteten Verlauf der Maßnahme.

 

Je nach den im Profiling festgestellten Vorkenntnissen und Interessenlagen werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer den Bereichen „Holz“ (geplant: 6 - 8 Teilnehmer/-innen) bzw. „Metall“ (geplant: 4 - 6 Teilnehmer/-innen) zugeteilt, wobei ein Wechsel nach Rücksprache mit uns relativ problemlos möglich ist. Der Umbau und die Renovierung selbst erfolgen dann - soweit erforderlich - in enger Zusammenarbeit mit entsprechenden Handwerksbetrieben vor Ort. Die erforderliche Qualifizierung und die Bearbeitung der Baumaterialien erfolgt in der Holz- und Metallwerkstatt in den Räumen des Sozialkaufhauses „net(t)werk“.

 

Die Einweihung des so entstandenen „Begegnungszentrums Friedenskirche Achenbach“ soll von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Maßnahme so selbständig wie möglich organisiert und durchgeführt werden. Durch die eigenständige Organisation können die Teilnehmenden ihre eigenen sozialen Kompetenzen und ihr Organisationstalent testen und unter Beweis stellen und so ihre eigene soziale Integration positiv beeinflussen.

 

Auch nach dem Ende der Maßnahme sollen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer – bei entsprechendem Interesse – an der Durchführung und Organisation weiterer Veranstaltungen zur Förderung der Integration ausländischer Mitbürger aktiv mitwirken.

 

Viele Menschen mit Migrationshintergrund bedürfen intensiver sprachlicher Förderung. Deshalb ist ein Sprachkurs ein verpflichtendes Element in dieser Maßnahme für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit unzureichenden Sprachkenntnissen. Angestrebt wird ein solides Fundament allgemeiner und berufsbe­zogener kommunikativer Fertigkeiten mit den Schwerpunkten: Hörverständnis, Leseverständnis, mündlicher und schriftlicher Sprachgebrauch. Diese Sprachförderung ist während des gesamten Maßnahmeverlaufs vorgesehen.

Wer die Landessprache beherrscht, kann aktiver am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und hat größere Erfolgsaussichten in Schule und Beruf. Sprachkenntnisse erleichtern außerdem die persönliche Orientierung, eröffnen Dialogmöglichkeiten und bauen Barrieren zwischen Menschen und Kulturen ab. Die Voraussetzung für eine optimale Kommunikation und eine erfolgreiche Interessenvertretung ist eine gemeinsame Sprache. Aus diesem Grunde sind gute Deutschkenntnisse sehr wichtig. Die Integrationsförderung durch Spracherwerb hat daher unserer Ansicht nach besondere Priorität. Die Herkunftssprachen werden dadurch aber keinesfalls entwertet. Zwei- und Mehrsprachigkeit wird angesichts der europäischen Integration und Globalisierung immer wichtiger: sie trägt zur individuellen Entwicklung des Einzelnen bei und eröffnet neue, grenzüberschreitende soziale und ökonomische Perspektiven. Für die Zukunft Europas und seiner Bürgerinnen und Bürger sind der Ausbau von Zweisprachigkeit, die Förderung von Mehrsprachigkeit und die Ausweitung der Fremdsprachenkompetenz daher von besonderer Bedeutung.

Schon jetzt bieten wir – unabhängig von der nun geplanten/beantragten Maßnahme - unterstützenden Sprachunterricht für Migranten/Flüchtlinge aus dem Iran und Afghanistan an, um deren soziale Integration in unsere Gesellschaft zu fördern.

 

Eine besonders wichtige Rolle nimmt auch die sozialpädagogische Betreuung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein, die unter Punkt 7 genauer beschrieben wird. Gerade bei Menschen, die vor einem Krieg geflohen sind, ist eine individuelle sozialpädagogische Betreuung besonders wichtig, um das Erlebte verarbeiten zu können.

 

Die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Achenbach, die in Absprache mit der Schule einmal wöchentlich an der Maßnahme teilnehmen, sollen aufgrund der oben geschilderten Problematik vorrangig an den zusätzlichen Modulen der Integration (vgl. Nr. 6) und dem Sprachunterricht teilnehmen und besonders intensive sozialpädagogische Betreuung und Begleitung (vgl. Nr. 7) erhalten.

 

 

6. Zusätzliche Module der Qualifizierung und Integration

 

Aufgrund der individuellen Ausrichtung der Maßnahme ist der Förderbedarf für jede Teilnehmerin und jeden Teilnehmer unterschiedlich. Vor diesem Hintergrund werden – auf der Grundlage weitgehend paralleler Grundproblematiken – im Laufe der Maßnahme folgende Module angeboten:

  •        Allgemeinbildung

 

  • ·       Lerntechniken – Lernen lernen
    Auf der Grundlage der individuellen Lerntypanalyse werden den Teilnehmenden unterschiedliche Lerntechniken vermittelt

 

  • ·       Verhaltenstraining

 

  • ·       Bewerbungscoaching

 

  • ·       PC-Grundkenntnisse

 

  • ·       Integrationsspezifische Orientierung

 

  • ·       Von Migranten lernen

 

Entsprechend den individuellen Bedingungen und Erfordernissen können auch noch weitere Bereiche hinzugefügt werden.

 

 

7. Sozialpädagogische Betreuung

 

Den sozialpädagogischen Aktivitäten kommt eine große Bedeutung als integrativem Bestandteil der Maßnahme zu. Sie hat eine Lotsenfunktion, indem sie eine gewichtende und dosierende Abstimmung der Maßnahmekomponenten Kenntnis- und Fertigkeitsvermittlung, Bewerbungs­coaching, praktische Qualifizierung und persönliche Stabilisierung vornimmt.

Die Persönlichkeitsstabilisierung stellt eine originäre sozialpädagogische Aufgabe dar. Es geht darum, dem Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu persönlichkeitsentwickelnden Verhaltens­änderungen zu verhelfen, damit ihr Selbstwertgefühl zu stärken und ihren resignativen Orientierungen und Versagensängsten eine realistische Einschätzung der eigenen Bedingungen und Entwicklungsmöglichkeiten entgegenzustellen.

 

In Bezug auf die individuellen Probleme der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nimmt die sozialpädagogische Betreuung eine fördernde, aber auch fordernde Position ein. Sie vermittelt die Handlungsorientierung zur Entwicklung und möglichst eigenständigen Realisierung von Lösungsansätzen für persönliche Probleme und Notsituationen. Natürlich wird auch direkte Hilfe angeboten, wenn der Teilnehmende die Situation nicht bewältigen kann. Gegebenenfalls werden auch andere Fachdienste, Beratungsstellen oder auch medizinische Dienste eingeschaltet.

 

Die sozialpädagogische Arbeit umfasst auch die Information über die institutionellen Möglichkeiten zur Bewältigung finanzieller Probleme. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die in Betracht kommenden finanziellen Leistungsprogramme, die entsprechenden Zuständigkeiten und die erforderlichen Antrags- und Nachweisverfahren kennen und – ebenfalls möglichst selbständig – anwenden.

 

Viele Probleme der Teilnehmer/-innen sind durch den Migrationshintergrund und ggf. mangelnde Sprach­kennt­nisse bedingt. Im Zuge sozialer Gruppenarbeit werden den Teilnehmer/-innen die grundlegenden Problemstrukturen, die Interessenkonflikte und Verfahren zur Entwicklung von Lösungen und Kompromissen vermittelt, die sie dann möglichst selbständig praktizieren und auf gleichgelagerte andere Situationen übertragen sollen.

 

Um der Komplexität der Probleme der Zielgruppe gerecht zu werden, ist ein ganzheitlich ausgerichteter sozialpädagogischer Ansatz erforderlich, der in alle Maßnahmeebenen hineinwirkt und von allen Beteiligten mitgetragen wird. Wir sind also bemüht, eine integrative Verbindung sozialpädagogischer Denk- und Handlungsweisen mit der fachpraktischen Unterweisung und der Lernförderung zu schaffen. Diese Vernetzung von Qualifizierung und Betreuung bietet die Grundlage für optimale Entwicklungsmöglichkeiten der Teilnehmer/-innen.

 

Aufgrund der speziellen Zielgruppe und entsprechend dem Grad der Benachteiligung und der Problemhäufung sind besonders intensive Anstrengungen erforderlich bei:

  • ·       Beratung und Betreuung bei migrationsbedingten Diskriminierungs- und Integrationsproblemen
  • ·      
  • ·       integrative Sprachförderung durch gezielten allgemein- und fachsprachlichen Zusatzunterricht
  • ·       frauenspezifische Beratung und Information zu Fragen der „Gender“-Problematik
  • ·       Sensibilisierungstraining in Gruppen zum Abbau von Diskriminierungsverhalten und zur Entwicklung solidarischen Arbeitsverhaltens
  • ·       Beratung über Suchtproblematiken und Suchtprävention

 

 

8. Individuelle Förderplanung

 

Wir sichern die sorgfältige Durchführung einer individuellen Förderplanung in strukturierter, fortlaufend schriftlich dokumentierter Form als entscheidende Grundlage für eine effiziente, stets auf dem aktuellen Entwicklungsstand der Teilnehmer/-innen basierende Maßnahmedurchführung zu

 

Die Förderplanung beginnt mit dem Profiling. Eine Fortschreibung erfolgt grundsätzlich in Intervallen von maximal 3 Monaten in offiziellen Förderplangesprächen sowie situationsbezogen, z. B. bei akuten Problemen.

 

 

9. Netzwerk/Nachhaltigkeit

 

Um eine Nachhaltigkeit langfristig gewährleisten zu können, soll ein Netzwerk installiert werden. Regelmäßige Treffen (vorerst monatlich) sind vorgesehen, auch über das Ende des Projektes hinaus.

Hieran sollen neben dem Antragsteller folgende Partner beteiligt sein:

 

  • ·       Stadtteilbüro Heidenberg,
  • ·       Stiftung Friedenskirche 
  • ·       Integrationsrat der Stadt Siegen,
  • ·       Stadtteilkonferenz / Runder Tisch Heidenberg   

 

Speziell die neu gegründete Stiftung Friedenskirche ist daran interessiert, das Gebäude einer sinnvollen und dauerhaften Nutzung zuzuführen. Gerade im Stadtteil Achenbach mit seinem hohen Anteil an Zuwanderern besteht ein großer Bedarf an der Integration dieser Mitbürgerinnen und Mitbürger. Deshalb will die Stiftung Friedenskirche das neue Begegnungszentrum nach dem Ende des Projektes weiter betreiben.


zur Geschichte der Friedenskirche

 

Die Friedenskirche ist eine schwedische Holzkirche. Die Zionsgemeinde in Evansville/Indiana (USA) spendete den Siegener Bürgern diese Kirche nach dem Ende des II. Weltkrieges. Sie gilt als die erste neu erbaute evangelische Kirche in Siegen seit der Reformation und wurde am 8. August 1948 als Johanneskirche auf dem Eintrachtgelände eröffnet.

 

Als die Holzkirche 10 Jahre später dem Neubau der Siegerlandhalle weichen musste, wurde sie demontiert und an ihrem neuen Standort in Achenbach sorgfältig wieder aufgebaut. Am 1. Weihnachtstag 1958 fand der erste Gottesdienst in der wiedererrichteten Holzkirche mit Pfarrer Ernst Haas statt.

Die offizielle Einweihung als Friedenskirche erfolgte am 7. Mai 1959. Der neue Name weist auf den Ursprung des Gotteshauses hin: Ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens in Zeiten, als die Wunden des Krieges noch nicht verheilt waren. Zukunft braucht Erinnerung – deshalb ist und bleibt die Friedenskirche mit ihrer einzigartigen Geschichte Auftrag und Verpflichtung.

 

Spendenprojekt Friedenskirche:

Ohne Spenden ist die einmalige und renovierungsbedürftige Kirche nicht zu erhalten. Bitte spenden Sie auf das Konto des HV Achenbach mit dem Vermerk "Friedenskirche", vielen Dank.